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Archäologisch-(bau)historische Sanierungsbegleitung der Burgruine Eppenstein

Seit 2010 wird der örtliche Burgverein, der sich seit über 50 Jahren dem Erhalt und der Sicherung der Burgruine widmet, in wissenschaftlichen Fragen von FIALE unterstützt. Ziel dieser begleitenden Untersuchungen sind die Erforschung und Erfassung der Geschichte des Burgberges von Eppenstein. Hierzu ist eine grundlegende Aufnahme der historischen Bausubstanz auf interdisziplinärem Weg in den Bereichen Archäologie, Bauforschung, Kunst- und Architekturgeschichte sowie die Grundlagenforschung im Bereich der Sachkultur und Realienkunde durch eine wissenschaftliche Auswertung der Fundgegenstände von Nöten.

In den letzten Jahren konnten unter anderem zwei Räume der Ringburg, die zuvor flächendeckend von Sträuchern und Schutt bedeckt waren, vollständig archäologisch-bauhistorisch dokumentiert sowie Hinweise auf eine Filterzisterne im Südwesten der Ringburg aufgedeckt werden. Die bauhistorischen Untersuchungen erbrachten bislang, dass die Ursprünge der Ringburg wohl am Ende des 12. Jahrhunderts zu suchen sind. Die 2011 und 2012 durchgeführten Begehungen der oberen Bereiche des Nord- und Osthanges der Burgruine bestätigten zudem eine zuvor nur vermutete zeitliche Streuung der Funde von der Urgeschichte bis in die Frühe Neuzeit. Hier finden sich mehrere massive Schuttkegel, die aus abgerutschtem Material der unteren Hauptburg bestehen. Durch zwei große Löcher in der Ummauerung rutscht das Erdmaterial sukzessive nahezu senkrecht metertief auf die Steilhänge hinab. Das bisher aufgesammelte keramische Fundmaterial streut von der Kupferzeit (Lasinja, Mondsee), über die Bronzeit (Litzenkeramik) bis Urnenfelderkultur, Hallstatt, Laténezeit, Römische Kaiserzeit, Spätantike, Frühmittelalter (zumindest 10. Jh.) bis ins frühe 17. Jahrhundert. Diese Funde geben zur Vermutung Anlass, dass entweder vor- mittelalterliches Material beim Bau der steinernen Burganlage als Müll auf die untere Terrasse der Hauptburg gelangte oder dieses untere Plateau als natürlich und nur zum Teil von Menschenhand nachbearbeitet anzusehen ist und bereits ab der Kupferplatz siedlungs- oder kulttechnisch genutzt wurde. 2012 wurde erstmals im Zuge einer Lehrgrabung der Karl-Franzens-Universität Graz in diesem Bereich gegraben.

(Astrid Steinegger)