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Untersuchungen im Untergeschoß der Pfarrkirche hl. Jakobus der Ältere in Frauenburg

Das 2011 gestartete Forschungsvorhaben in der kleinen romanischen Apsis und im Untergeschoß der Pfarrkirche hl. Jakobus der Ältere in Frauenburg zielt auf eine Verflechtung der kunsthistorischen Aspekte, wie Stil und Ikonografie der erhaltenen romanischen Wandmalereien, mit gezielten archäologischen Bodeneingriffen und bauhistorischen Untersuchungen. Im Jahr 2012 wurden neben bauhistorischen und historischen Untersuchungen auch archäologische Bodeneingriffe im Rahmen eines Grabungspraktikums mit Studenten der Karl-Franzens-Universität Graz durchgeführt.

Von besonderem Interesse für die steirische Landesgeschichte ist das Projekt durch den Standort selbst, liegt die Pfarrkirche doch im Areal der Frauenburg, welche in der historischen Forschung als bevorzugter Wohnort des bedeutenden Politikers und Minnesängers Ulrich von Liechtenstein gilt. Diesem wird die Errichtung der Frauenburg in der 1. Hälfte des 13. Jahrhunderts zugeschrieben, auch die heutige Pfarrkirche dürfte noch zu seinen Lebzeiten begonnen worden sein. Im Zuge der archäologischen Arbeiten 2012 konnte in der aufgedeckten Fläche großflächige ein romanischer, stark rezent gestörter Kalkestrichboden freigelegt und dokumentiert werden. Unter einem Fußbodenunterbau aus großen Bruchsteinen trat eine massive Ausgleichsschicht zutage, unter welcher mehrere beigabenlose, Ost-West orientierte Bestattungen zutage kamen. Bei nahezu allen Individuen konnten die Reste von Holzkisten/Särgen oder zumindest Holzbrettern dokumentiert werden. Hervorzuheben ist, dass die Bestattungen stratigrafisch älter als der romanische Kapellenbau einzustufen sind, da diese partiell durch die Fundamentmauern gestört werden. Sowohl die Bestattungen als auch älteren Mauerzüge im Bereich des Untergeschoßes werfen nun neue Fragen zur Vorgeschichte der Frauenburg auf, die bislang als Neubau des frühen 13. Jahrhunderts galt.

(Astrid Steinegger, Monika Küttner)