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St. Georgen bei Neumarkt

Das Forschungsprojekt „St. Georgen im Graslupptal“ widmet sich der Besiedlungsgeschichte der Kleinregion um den Ort St. Georgen bei Neumarkt von den Anfängen bis ins Spätmittalter. Im Zuge des Projektes wurden am sogenannten Kirchbichl bzw. Schießbichl von St. Georgen in den Jahren 2007 und 2008 archäologische Grabungen und bauhistorische Aufnahmen durchgeführt. Die Ergebnisse der Untersuchungen werden in Form einer Dissertation am Institut für Archäologie der Karl-Franzens-Universität Graz vorgelegt. Nach Beendigung der zweiten Grabungskampagne konnte 2008 das aufgehende Mauerwerk gesichert und drainagiert, der Hügel mit einem Zugangsweg versehen und die Böden geschottert werden. Die Anlage ist nun für Besucher frei zugänglich.

Die ehemalige Kirche war dem hl. Georg geweiht und eine Filiale von St. Marein. Nach ihrer Schließung im Zuge der Josephinischen Kirchenreform am Ende des 18. Jahrhunderts fiel sie 1845 einem Brand zum Opfer und wurde nicht wieder errichtet. Entgegen der mündlichen Überlieferung wurde der Bau aber nicht bis auf die Grundmauern abgetragen sondern dem Verfall preisgegeben. So kam durch die Freilegung an manchen Stellen aufgehendes Mauerwerk von bis zu einem Meter Höhe mit Resten von mehrphasigem Innen- und Außenputz zutage. Die Entstehungszeit des Baus bleibt unklar – möglicherweise kann die Kirche mit einer frühen Burganlage oder einem Herrenhof in Verbindung gebracht werden. Doch bei der ersten urkundlichen Nennung der Kirche 1146 scheinen keine zugehörigen Bauten mehr existiert zu haben. Rudeger von Krappfeld und seine Ehefrau vermachten die Anlage testamentarisch dem Bistum von Gurk. Wohl im Zuge des 13. Jahrhunderts wurde die ehemalige Eigenkirche zu einer Filiale von St. Marein.

Finanziert wurden die wissenschaftlichen Untersuchungen durch Subventionen und Spenden. Hervorzuheben seien hier das Bundesdenkmalamt (Abteilung für Bodendenkmalpflege sowie Abteilung für Baudenkmalpflege), das Land Steiermark (Abteilung Wissenschaft und Forschung, Abteilung Kultur sowie Steirischer Revitalisierungsfonds) sowie die Gemeinden St. Marein und Neumarkt. Ebenfalls herzlich gedankt sei hiermit den privaten Spendern, die zum Gelingen unseres Vorhabens sowohl finanziell als auch tatkräftig beigetragen haben!

Am 23. August 2009 wurde die Kirchenruine im Zuge einer Feldmesse unter Anwesenheit der Dorfgemeinde und Freunden wieder eingesegnet.

(Astrid Steinegger)