WebsiteBanner

SteinschlossBanner

Steinschloss

Von 2001 bis 2010 wurde Steinschloss, einer der größten Wehrbauten und zugleich die höchstgelegenste Burganlage der Steiermark, in ihrem Ist-Zustand gesichert und vor dem weiteren Verfall bewahrt. Seit 1503 befindet sich die 6370m² große Anlage im Besitz des Benediktinerstiftes St. Lambrecht. Seit 2002 wurde die Burgruine von Vereinsmitgliedern zuerst privat und ab 2006 durch FIALE wissenschaftlich betreut.

Durch großflächige betreute Bodeneingriffe und punktuelle archäologische Ausgrabungen konnten die Baugeschichte und die verschiedenen Ausbauphasen der Burg untersucht werden. So fand sich im Bereich der Kernburg als ältester Hinweis auf eine Nutzung als Siedlungsstelle eine ausgedehnte hallstattzeitliche Brandschicht. Neben der Untersuchung einzelner Räume, die wichtige Informationen zu den Nutzungsarealen innerhalb der Burg lieferten, konnte unter anderem die Kapelle und der Bereich südlich vor der Kapelle archäologisch untersucht werden. So konnte ein abgerissener, gotischer Chor dokumentiert werden, von welchem bislang nichts bekannt war. Die Funde gewähren Einblicke ins Alltagsleben: Geschirr, Waffenteile, Werkzeuge und vieles mehr zeigen den sich verändernden Lebensstandard auf dieser seit dem 11. Jahrhundert bewohnten Burgstelle.

Über den Weg der Bauforschung wurden Grund- und Aufrisspläne aller Bauteile und Wandflächen erstellt, die baulichen Veränderungen dokumentiert und in ihrer zeitlichen Abfolge geordnet. In Kombination mit den archäologischen Ergebnissen kann so die genaue Abfolge der Baugeschichte nachvollzogen werden. Mit Hilfe der Bildquellenforschung konnten zudem Informationen über das ursprüngliche Aussehen von heute vollständig verschwundenen Bauteilen bis hin zu den Dächern erzielt werden. Dank der Mithilfe der Ortsansässigen war es möglich, Spolien, die ursprünglich zur Burg gehörten, wiederzufinden und zu dokumentieren. Diese Fülle an Informationen zusammen ermöglicht es, die Entstehungsgeschichte der Burg nachzuvollziehen und den Bau in seinen verschiedenen Ausbauphasen zu rekonstruieren.

(Jasmine Wagner, Monika Küttner)