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Ehem. Stift Neuberg an der Mürz

Innerhalb des ehemaligen Stiftsgebäudes von Neuberg an der Mürz konnte im Jahr 1999 aufgrund von Sanierungs- und Adaptierungsarbeiten in einer noch bis 1984 genutzten Wohnung eine archäologische Untersuchung im Auftrag des Bundesdenkmalamtes (Manfred Lehner, Universität Graz) durchgeführt werden. Die Lage der betroffenen Räumlichkeiten innerhalb des vorgeschriebenen Idealplanes des Ordens sowie eine Darstellung aus dem Jahre 1569, in dem der Baukörper mit einem Kamin versehen ist, legen eine Interpretation als Küche nahe. Diese wurde wohl vom Spätmittelalter (Wiederaufbau des Klosters nach einem Brand von 1396) bis ins 18. Jahrhundert genutzt. Das umfangreiche Fundmaterial aus den aufgedeckten Abwasserkanälen setzt sich vor allem aus zwei Fundgattungen zusammen – Keramikscherben (Küchengeschirr) und Tierknochen (Speiseabfälle).

Im Zuge des Aufarbeitungsprojektes wird das umfangreiche Fundmaterial gesichtet und katalogisiert sowie die analoge Dokumentation der Befunde digitalisiert. Die Ergebnisse der archäologischen Untersuchungen und die Auswertungen des tierischen Knochenmaterials sollen in einen interdisziplinären Kontext gestellt werden, welcher mit Hilfe von z. B. überlieferten Küchenrechnungen, Kochrezepten und klösterlichen Speisevorschriften auch volkskundliche und ordensbezogene Aspekte beleuchten soll.

(Astrid Steinegger)